Griffschalen: Maße, Zuschnitt, Paarung

Wer Holz für Messergriffe kauft, kauft bei uns eine Bohle und sägt sich die Griffschalen daraus selbst. Unsere Bohlen und Bretter aus karelischer Birke messen 10 bis 25 Zentimeter in der Breite, 15 bis 50 Millimeter in der Stärke und 0,5 bis 1,5 Meter in der Länge, bei 13 bis 15 Prozent Holzfeuchte, mit Baumkante oder besäumt, und wir schneiden auf die Stärke, die Sie angeben. Das übliche Ausgangsmaß für ein Griffschalenpaar liegt bei etwa 130 mal 45 mal 25 Millimetern, und eine Bohle von 25 Millimetern Stärke gibt dieses Maß direkt her.

Bei gemasertem Holz ist das der einzige Weg, auf dem Sie die Zeichnung im fertigen Griff bestimmen. Wo die Maserung auf zwei Zentimetern von dicht auf fast ruhig wechselt, entscheidet die Lage des Schnitts über das Ergebnis.

Griffschalen aus Maserbirke. Was Sie vor dem Kauf messen.
Holzfeuchte 8–10 %, passend für die meisten Klimazonen.

Warum 130 mal 45 mal 25 Millimeter das übliche Maß ist

Aus 130 Millimetern Länge bleibt nach Absetzen an Zwinge und Griffende ein Griff von etwa 110 bis 120 Millimetern, was für eine erwachsene Hand mit Arbeitshandschuh passt. Die 45 Millimeter Breite geben nach dem Anpassen an die Erlkontur und dem Runden der Kanten eine Griffhöhe von rund 35 Millimetern, was im oberen Bereich des Üblichen liegt und Spielraum nach unten lässt. Damit deckt dieses Maß die große Mehrheit der Flacherl-Messer bis etwa 220 Millimeter Gesamtlänge ab.

Die 25 Millimeter Stärke sind der Wert, der am häufigsten missverstanden wird. Es ist die Stärke des Stücks, aus dem ein Paar aufgetrennt wird, nicht die Stärke einer einzelnen Schale. Nach dem Auftrennen, dem Sägeschnitt und dem Planen beider Passflächen bleiben pro Seite etwa acht bis zehn Millimeter, und das ist für eine Flacherl-Konstruktion mit Erlstärke von drei bis vier Millimetern die richtige Größenordnung. Wer die Schalen dicker braucht, weil der Griff bauchig werden soll, sägt zwei Stücke aus der Bohle heraus und trennt nicht auf.

Aus einer Bohle von 25 Millimetern Stärke und 25 Zentimetern Breite sägen Sie dieses Maß fünf- bis sechsmal nebeneinander, auf einem Meter Länge also rund vierzig Stück. Diese Rechnung gehört vor die Bestellung.

Wie Sie das Paar aus der Bohle heraussägen

Zwei Schalen aus zwei verschiedenen Stücken sehen an einem fertigen Messer immer nach zwei verschiedenen Stücken aus. Bei geradfaserigem Holz fällt das kaum auf; bei gemaserter Birke, deren Zeichnung sich innerhalb weniger Zentimeter ändert, fällt es sofort auf. Ein Paar entsteht deshalb aus einem Stück, aufgetrennt an der Stelle, die später die Passfläche wird.

Der Ablauf an der Bandsäge ist kurz. Zeichnen Sie das Ausgangsmaß auf die Bohle, bevor Sie zusägen, und richten Sie es nach der Zeichnung aus statt nach der Kante der Bohle. Sägen Sie das Stück heraus, richten Sie eine Fläche ab, und trennen Sie dann auf. Nummerieren Sie beide Hälften an derselben Kante, sobald sie getrennt sind; nach einer halben Stunde auf der Werkbank ist nicht mehr erkennbar, welche Fläche zu welcher gehörte.

Der Schnitt selbst bestimmt, wie stark der Spiegeleffekt ausfällt. Ein gesägtes Paar zeigt zwei Flächen, die durch die Schnittfuge etwa einen bis zwei Millimeter Material auseinanderliegen, und das reicht bei dichter Maserung bereits für sichtbare Unterschiede. Ein gespaltenes Paar folgt dem Gewebe und spiegelt genauer, hat dafür eine unebene Fläche, die nachgearbeitet werden muss. Bei Maserbirke ist Spalten nur an Stellen ohne durchlaufende Faser sinnvoll, also nicht überall in der Bohle.

Wenn Sie eine Serie gleich aussehender Messer bauen, brauchen Sie nicht nur gespiegelte Paare, sondern Paare aus einem Stamm. Die Zeichnung ist innerhalb eines Stammes deutlich einheitlicher als zwischen zwei Stämmen vom selben Standort, und das ist etwas, das man bei der Bestellung angeben muss, weil sonst nach Klasse und nicht nach Herkunft sortiert wird. Was die Klassen unterscheiden, steht unter Qualitätsklassen.

Faserverlauf im Griff

Bei gemasertem Holz gibt es keine durchgehende Faserrichtung, aber es gibt eine Vorzugsrichtung des Stammes, und die sollte der Griffachse folgen. Ein Stück, bei dem die ursprüngliche Stammachse quer zur Griffachse liegt, hat an jedem Ende Hirnholz und nimmt dort deutlich mehr Feuchte auf als auf den Seitenflächen. Am Griffende, das am Wasser hängt, ist das die Stelle, an der es später aufreißt. Legen Sie das Ausgangsmaß deshalb längs zur Bohle an und nicht quer, auch wenn quer an einer bestimmten Stelle schöner aussieht.

Für Zwinge und Griffabschluss gilt derselbe Punkt umgekehrt: Die Stirnflächen werden verschlossen, entweder durch die Zwinge selbst, durch eine Zwischenlage oder durch einen sorgfältig eingeölten Abschluss. Eine offene Hirnholzfläche an einem Gebrauchsmesser ist eine Frage der Zeit.

Legen Sie Maserzonen mit eingewachsener Rinde und offenen Einschlüssen nicht dorthin, wo die Pinbohrungen sitzen. Das Gewebe ist dort lokal weicher, der Bohrer wandert, und die Bohrung wird oval. Beim Anzeichnen auf der Bohle lohnt es sich, die Pinpositionen mitzuzeichnen, bevor das Stück grob zugesägt wird, und nicht danach.

Steckerl und größere Blöcke

Für Messer mit Steckerl brauchen Sie keinen aufgetrennten, sondern einen durchgehenden Block, üblicherweise um 130 mal 35 mal 30 Millimeter für eine mittlere Küchenklinge und entsprechend länger für Jagd- und Outdoormesser. Eine Bohle von 30 bis 40 Millimetern Stärke gibt das her; bestellen Sie in dem Fall die Stärke und nicht die Breite nach Ihrem Block, weil die Breite der Bohle ohnehin ein Vielfaches davon ist.

Bei gemasertem Holz gilt hier eine Einschränkung, die man vor dem Bohren wissen sollte. Ein Schlitz, der durch eine Maserzone mit Einschlüssen läuft, kann seitlich ausbrechen, ohne dass es von außen sichtbar wird, und der Kleber füllt dann einen Hohlraum statt einer Fuge. Bohren Sie deshalb von beiden Seiten an, arbeiten Sie mit zügigem Vorschub und mäßiger Drehzahl, und prüfen Sie den Schlitz mit einer Lampe, bevor Sie Epoxid ansetzen.

Passfläche, Bohrungen, Verklebung

Die Passfläche muss plan sein, und zwar über die ganze Länge, nicht nur an den Enden. Ein Zehntelmillimeter Hohlraum in der Mitte füllt sich mit Epoxid und hält zunächst, arbeitet aber anders als das Holz daneben. Hobel, Dickte oder Schleifplatte mit einer Fläche, die man nachgemessen hat; freihändig auf dem Bandschleifer entsteht immer ein Ballig.

Bringen Sie das Holz vor dem Verkleben auf die Feuchte, die es später hat. Für beheizte Innenräume sind das 8 bis 10 Prozent; unser Material wird mit 13 bis 15 Prozent versandt und braucht dafür ein bis zwei Wochen offen in der Werkstatt, die Schalen dabei einzeln und mit Luft dazwischen, nicht flach aufeinander. Sägen Sie die Paare früh zu und lassen Sie sie ausgleichen, statt die ganze Bohle zu lagern: Ein zehn Millimeter starkes Stück ist in Tagen im Gleichgewicht, eine 50-Millimeter-Bohle braucht Monate. Wer nass verklebt, verliert die Passung im ersten Winter.

Aufrauen Sie beide Fugenflächen mit 80er Papier quer zur Länge und entfetten Sie mit Aceton. Karelische Birke ist nicht ölig und verklebt mit jedem gängigen zweikomponentigen Epoxid zuverlässig; der häufigste Fehler ist zu wenig Klebstoff und zu viel Zwingendruck, wodurch die Fuge ausgehungert wird.

Was in die Bestellung gehört

Für ein Angebot, das ohne Rückfrage passt, brauchen wir vier Angaben: die gewünschte Bohlenstärke einschließlich Ihrer Zugabe fürs Abrichten, die Länge, die Menge in laufenden Metern oder in Stück, und ob das Material aus einem einzelnen Stamm kommen soll. Dazu die Toleranz bei Einschlüssen, getrennt nach Sichtfläche und Passfläche, weil ein Einschluss an der Passfläche in der Regel unkritisch ist und an der Sichtfläche eine Frage des Geschmacks.

Wenn Sie zum ersten Mal bestellen, nehmen Sie ein kurzes Stück aus zwei verschiedenen Klassen und bauen Sie aus jedem ein Messer. Nach zwei Messern wissen Sie, welche Zeichnungsdichte zu Ihrer Formgebung passt, und können danach gezielt nachbestellen. Die Formate stehen unter Produkte; Sonderstärken und Serien aus einem Stamm klären wir über Kontakt.

Sie brauchen karelische Birke für ein Projekt?

Ein Satz genügt für den Anfang. Wenn Sie Maße und Stückzahl schon kennen, ergänzen Sie sie unten, dann schicken wir ein Angebot mit Fotos der Stücke.

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